Süß-sauer: So müssen das Leben und der Ribiselkuchen schmecken

Süß-sauer: So müssen das Leben und der Ribiselkuchen schmecken
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Wenn im Leben alles glatt läuft, wird es langweilig. Oder man bekommt Angst, dass bald etwas Schreckliches passieren könnte. Eine ständige Aneinanderreihung von süßen Momenten weiß man wahrscheinlich auch gar nicht mehr zu schätzen. Deshalb mögen wir das Leben süß-sauer. Das ist so ähnlich, wie wenn man in ein Stück saftigen Ribiselkuchen beißt. Zuerst kommt die Süße des Eischaums, danach trifft die Säure der Ribisel auf den Gaumen und am Ende ist da wieder der süße Teig. Mmmmhhh! Da läuft einem gleich das Wasser im Mund zusammen.

Bevor ich die besten Ribiselkuchen-Rezepte vorstelle, kommt hier noch eine tolle Methode aus dem biografischen Schreiben, die das süß-saure Auf und Ab im Leben besonders gut verdeutlicht. Die BioGrafik – so heißt die Übung – kann auch eine gute Möglichkeit für jene sein, die mit dem Gedanken spielen, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Sie verschafft einen guten Überblick über das große Ganze.

Erinnerungen leben von Bildern, und um diese hervorzulocken, reicht Sprache manchmal nicht aus. Die BioGrafik – also das Darstellen einer Lebenskurve – hilft, das Leben als Ganzes zu strukturieren und die einzelnen Abschnitte zueinander in Beziehung zu setzen. Bildlich dargestellt können wir unser Leben mit all seinen Mühlsteinen und Sternenflügen aus einem distanzierten Blickwinkel betrachten. So beschreibt Ramona Jakob in ihren Autobiografischen Schreibimpulsen die Technik. Und so geht’s:

Schreibidee süß-sauer

Man zeichnet für die BioGrafik seinen Lebensweg als eine Art Fieberkurve oder Diagramm. Am besten verwendet ihr ein großes Blatt Papier (A4 oder A3) im Querformat. Darauf malt ihr ein Diagramm, bei dem auf der waagrechten Linie die Lebensjahre eingetragen werden (je nach Alter auch in Fünferschritten), die senkrechte Achse ist für die Aufs und Abs da. Ihr führt also die Kurve nach oben, wenn das Leben besonders schön, leicht und glücklich war, und nach unten, wenn es um schwierige, traurige, anstrengende Phasen geht. Beginnend bei der Geburt bis heute.

Auf der Linie werden dann wichtige Ereignisse wie Schulanfang, Jobstart, Hochzeit, Geburt der Kinder, Pensionierung … eingetragen. Es sollten jene Ereignisse vorkommen, in denen ein neuer Abschnitt des Lebens begonnen hat, also die Wendepunkte in der Kurve. Dazu kann man auch kleine Zeichnungen machen oder Bilder aus Zeitschriften ausschneiden und aufs Blatt kleben.

Diesem Bild könnt ihr dann eine passende Überschrift geben – das ist dann ein möglicher Titel für den Roman über euer Leben. Zumindest aber ist es der Titel für eine süß-saure Geschichte über die Dynamik, die Wellen, die Auf und Abs im Leben, die er im Anschluss daran schreiben könnt.

Was die Ribiselkuchen angeht, da hilft nur eines: Durchkosten! Hier sind die besten Rezepte zum Ausprobieren. Sie sind allesamt bereits getestet und für hervorragend befunden worden. Vor allem aber erfüllen sie das wichtigste Kriterium: das Reinbeißen ist eine süß-saure Offenbarung.

Der Klassiker mit Biskuit

Zuerst der Klassiker mit Biskuit-Boden – zur Verfügung gestellt von www.einerschreitimmer.com – dem besten Zwillingsblog der Welt!! Dafür braucht ihr: 500 Gramm Ribisel / Johannisbeeren, 210 Gramm Puderzucker, 1 Packung Vanillezucker, 5 Eier (trennen!), 4 EL Wasser, 80 Gramm weiche Butter, 330 Gramm Mehl, 1/2 Packung Backpulver, Milch nach Bedarf

Die genaue Anleitung findet ihr hier 

Das Wunderwerk aus der Zeitung

Philipp Braun, Genuss- und Backprofi der OÖNachrichten, schwört auf Mürbteig, der nach der 30-20-10 Regel zubereitet, also 30 dag griffiges Mehl, 20 dag halbweiche Butter und 10 dag Staubzucker, dazu drei Eidotter und eine Prise Salz. Die Ribisel dürfen bei ihm sogar ganz vorsichtig in den Eischnee gerührt werden. Klingt sehr gut! In seiner Kolumne serviert er uns das ganze Rezept für das süß-saure Wunderwerk

So bleibt der Schaum stehen

Ganz ähnlich ist auch der Ribiselschaumkuchen von Margot. Auch wenn ihre Mitbewohner gern darauf verzichten können, sie steht auf das Rezept von „Backen mit Christina“, die auch auf Mürbteig aufbaut. Christina hat außerdem folgenden Tipp parat: Kuchen im Ofen auskühlen lassen, damit der Schaum nicht so schnell zusammenfällt.

Außerdem konnte ich noch folgende Tipps für eine standhafte Schaumhaube einsammeln:

  • Maizena und ein Kaffeelöfferl Essig dazu
  • Eiweiß mit einer Prise Salz und Zitronensaft vorschlagen und Zucker langsam dazugeben
  • Je mehr Zucker im Eischnee, desto weniger fällt er zusammen

“Kuchen im Ofen auskühlen lassen, dann fällt der Schaum nicht zusammen!”

Der Star mit Eierlikör

Die wahren Stars unter den Ribiselkuchen-Variationen sind aber die Ribisel-Eierlikör-Schnitten á la Monika: Sie vereinen den süß-sauren Genuss mit dem herrlichen Eierlikör-Aroma und katapultieren mich beim Reinbeißen direkt in den Kuchen-Himmel!

Was den Genießerinnen egal ist, für die Bäckerin aber wichtig: Diese Variante ist ein bisschen aufwändiger als die anderen … aber jede zusätzliche Minute zahlt sich aus.

Viel Spaß beim Ausprobieren!!! 

Mehr über mich, meine Leben und meinen Werdegang findet ihr hier!

Ich bin aber auch sehr neugierig. Was fasziniert euch am Schreiben? Habt ihr das biografische Schreiben schon ausprobiert? Was sind die süß-sauren Momente in eurem Leben? Und welcher Ribiselkuchen schmeckt euch am besten?

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