Das ganze Jahr im Rückblog
2025 war eine runde Sache – das wird mir beim Rückblick bewusst. Was sich bewährt hat, darf bleiben, dazu kommen neue Ideen, die ich in diesem Jahr verwirklichen konnte. Es gibt einige erste Male und jede Menge Gründe, stolz auf das zu sein, was ich geschafft habe. Inspiriert wurde ich wieder von der Jahresrückblog-Aktion von Judith Peters, die ich heuer sogar persönlich kennenlernen durfte. Aber dazu später mehr. Hier sind die Themen des Jahres 2025:
Biografien werden öffentlich - Helmut Mooshammer liest im Kepler-Salon
Wenn man einen echten Schauspieler kennt, können sich ganz neue Türen auftun. Helmut Mooshammer ist gebürtiger Steirer, hat in Linz studiert, und lebt jetzt in Berlin. Das ist die Kurzfassung. Und er hatte heuer die Idee, doch aus unseren privaten Biografien vorzulesen – und bot sich gleich selbst dafür an. Meine Biogräfinnen-Kollegin Lilly Riegler-Aspelmayr hat die Geschichte seines Vaters aufgeschrieben, und er war sehr angetan von ihrer Arbeit. Und so kam es, dass er nicht nur aus dem Buch seines Vaters, sondern aus sechs verschiedenen privaten Biografien, die von uns verfasst wurden, vorlas. Im wunderbaren Kepler Salon in Linz. Ich durfte durch den Abend geleiten, was mir besonders viel Spaß gemacht hat. Zeitzeug:innen im Rampenlicht – das war der Titel und Programm der Veranstaltung, die auch jetzt noch auf Video zu sehen ist.
Der neue Podcast geht an den Start
Helmut Mooshammer, Schauspieler und Biografiekunde, ist auch einer der Gäste in unserem Podcast. Die erste Staffel von „Ins Leben hineinhören – Biogräfinnen im Gespräch“ ging in der ersten Jahreshälfte on air. Wir haben die Folgen vorproduziert, um sie dann im regelmäßigen 2-Wochen-Rhythmus abspielen zu können. Dabei ging es um das Berufsbild der Biografin, um die Gefühle beim Biografieprozess und um unsere Buchtipps. Außerdem befragten wir Expert:innen zu wichtigen Themen rund ums Biografieschreiben: Hubert Klingenberger sprach über Erinnerungen, Christa Prameshuber über die Lebensgeschichten ihrer rebellischen Tanten, und Julia Rumplmayr übers Journaling. Neun Folgen sind immer noch auf allen Plattformen zu hören – und haben nichts an Aktualität eingebüßt. Hier findet ihr den Podcast: https://sites.libsyn.com/562695
Jumping Biogräfinnen .- wo gibt’s denn so etwas?
Mit den BIogräfinnen in Berlin
Drei der vier Biogräfinnen besuchten im April Helmut Mooshammer in Berlin, seiner aktuellen Heimatstadt. Hier spielt er am Deutschen Theater, unter anderem das Stück: „Biografie, ein Spiel“, von Max Frisch. Wie passend! Es geht in dem Stück um die Frage: Was wäre, wenn wir das Leben anhalten könnten? An welchen Punkt möchten wir wieder zurück – und treffen wir im zweiten Versuch eine andere Entscheidung. Der Abend ist ein voller Erfolg, das Stück ist beeindruckend, Helmut spielt großartig, und die Was-wäre-wenn-Frage hallt noch lange nach – so wie der gesamte Berlin-Trip einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Wir besuchen die Mauer-Gedenkstätte, hören viele Geschichten aus der Zeit der DDR, genießen ein Konzert in der „Bar jeder Vernunft“ und lassen auch das übliche Berlin-Sightseeing nicht aus. Ein gelungener Trip – und die Deutsche Bahn war viel pünktlicher als ihr Ruf das vorhersagt.
Wander-Workation in Südtirol - und noch ein Podcast
Los geht’s! Anstatt wieder vier Wochen an einem Ort zu verbringen (siehe Workation in Ericeira im Vorjahr) machte ich mich heuer eine Woche lang auf den Weg. Gemeinsam mit Barbara Bohrn, der Strukturgeberin, ging es ins wunderschöne Meran. Wir wollten den Meraner Höhenweg gehen, der rund um die Texel-Gruppe führt, und nahmen uns dafür fünf Tage Zeit. Es war mein erstes Mal Weitwandern. Und sicher nicht das letzte Mal. Es war erstaunlich, wie schnell ich mich an den Rucksack gewöhnt habe, und wie wenig Zeug notwendig ist, um ein paar Tage unterwegs zu sein.
Abgesehen von vielen Erfahrungen, die wir machen durften, entstand auch ein Podcast: Los geht’s! Unterwegs auf dem Meraner Höhenweg. Jeden Morgen sprachen wir über unser Vorhaben, jeden Abend darüber, was der Tag wirklich für uns bereithielt. Dazu teilen wir Tipps und Erfahrungen fürs Weitwandern. Und eine wichtige Erkenntnis: Südtiroler setzen ihren Zirbenschnaps mit Grappa an.
Hier geht’s auch zum Podcast: https://sites.libsyn.com/588470
5 Biografien und hunderte Lebenshahre
Natürlich sind auch heuer einige Biografien entstanden – 5 insgesamt. Eine davon soll im nächsten Jahr sogar veröffentlicht werden – ich durfte als Ghostwriterin tätig sein.
Mein ältester Kunde wurde während unserer gemeinsamen Arbeit an seinem Buch 96 Jahre alt. Das tat aber seinen Erinnerungen keinen Abbruch. Im Gegenteil. Detailgetreu erzählte mir Wendl seine Geschichte – als wär es gestern gewesen.
Mit 96 Jahren war er zwar der älteste Biografiekunde – aber nicht mein ältester Gesprächspartner. Für den Blog des Mariendoms in Linz – den ich sehr gern mit meinen Texten betreue – durfte ich die 106-jährige Friederika Hubauer-Furtmayr interviewen. Ihr ist es zu verdanken, dass das älteste Ausstattungsstück im Mariendom – die sogenannte Wurmstraßenmadonna – im Kapellenkranz steht. Die ganze Geschichte gibt es hier: https://www.dioezese-linz.at/mariendom/blog/wurmstrassenmadonna
Das Schreibatelier wird geboren
ChatGPT ist schuld daran. Die Beschäftigung mit der Künstlichen Intelligenz, an der wohl keine Schreiberin vorbei kommt, brachte nicht nur Arbeitserleichterung, sondern auch Frust mit sich. Ich wollte weiterhin selbst schreiben, meine eigenen Texte entwickeln, meine ganz persönliche Note hineinbringen – ich wollte einfach das Feld nicht der KI überlassen. Also erfand ich das freudige Schreibatelier – ein Jahresprogramm für eine Gruppe von zehn Personen, die genauso wie ich selbst schreiben möchten. Biografisch oder auch anders. Hauptsache am eigenen Stil arbeiten, die eigenen Wörter finden und eigene Sätze zusammenbauen.
Die Resonanz war großartig und wir treffen uns schon seit einigen Monaten, reden übers Schreiben und schreiben. Am Ende soll ein Buch mit Geschichten aus unseren Federn entstehen – und vielleicht sogar eine Lesung im wunderbaren freudig (Promenade, Linz).
Aus dem Erzählcafé wird ein Buch
Bereits ab 2024 durfte ich im Pensionistenverband Gallneukirchen ein Erzählcafé moderieren. Meist waren zwischen zehn und 30 Menschen dabei, sie erzählten aus ihrer Kindheit und Schulzeit und über ihr Leben von den 1950er Jahren bis heute. Viele der Teilnehmer:innen waren mit großem Engagement dabei – ebenso Obmann Erwin Kaiser, der die Geschichten dokumentierte.
Daraus entstand dieses besondere Buch, bei dem ich mithelfen durfte: „Erinnerst du dich? Streifzüge durch die Jahrzehnte“. Es beinhaltet historische Daten und Fakten aus sieben Jahrzehnten Pensionistenverband genauso wie die berührenden und spannenden Geschichten der Mitglieder.
Anlässlich des 73. Geburtstags der Ortsgruppe wurde es präsentiert und gefeiert.
Altes und Neues
Mein früherer Arbeitgeber, die OÖNachrichten, haben mich wieder erwischt – und ich durfte heuer bereits einige Magazin-Geschichten veröffentlichen, was mir große Freude bereitet. Ich habe über den Meraner Höhenweg geschrieben – und über die Ukulele, übers Keksbacken und über Ferdinand und seine drei Leben.
Die erste Geschichte des Jahres 2026 – und so schließt sich der Kreis – erscheint am 3. Jänner in den OÖN und handelt von Jahresrückblicken und Plänen fürs neue Jahr. Judith Peters und Barbara Bohrn stellen dabei ihre Methoden vor und erklären, warum das Reflektieren so wichtig ist – um Klarheit zu bekommen und nach vorne schauen zu können. Hier kannst du den Artikel nachlesen!
Meine Pläne für 2026: Es wird mindestens einen weiteren Podcast geben, weil ich es einfach nicht lassen kann. Und ich möchte mich mehr mit dem Thema Demenz befassen – um Menschen mit dieser Erkrankung zu helfen, ihre Erinnerungen noch rechtzeitig festzuhalten. Zu diesem Zweck habe ich bereits einige Gespräche geführt – wie etwa dieses mit Ursula Kienberger.
Mehr über mich, meine Leben und meinen Werdegang findet ihr hier!
Ich bin aber auch sehr neugierig. Was fasziniert euch am Schreiben? Habt ihr das biografische Schreiben schon ausprobiert? Was sind die süß-sauren Momente in eurem Leben? Und wer weiß ein gutes Rezept für Ribiselkuchen? 😉